Das Auftragen von neuem Putz auf bestehenden Putzflächen kann eine effektive Methode sein, um Wände zu renovieren und ihnen neues Leben einzuhauchen. Doch nicht jeder bestehende Putz eignet sich automatisch als Untergrund für neuen Putz. Bevor Sie also mit dem Auftragen beginnen, sollten Sie sicherstellen, dass die Voraussetzungen stimmen. Falls diese nicht gegeben sind, kann es sogar erforderlich sein, den alten Putz abzuschlagen. In dieser Anleitung erfahren Sie, wie Sie die Eignung des bestehenden Putzes überprüfen und was zu tun ist, wenn die Bedingungen nicht optimal sind.
1. Untergrund prüfen und vorbereiten
Zunächst müssen Sie den Zustand des bestehenden Putzes überprüfen, um festzustellen, ob er als Untergrund für den neuen Putz geeignet ist. Ein stabiler, tragfähiger und sauberer Untergrund ist entscheidend für das Gelingen des Projekts. Wenn der alte Putz instabil oder beschädigt ist, muss er möglicherweise entfernt werden.
A. Rauheit und Haftung des Untergrunds
Der bestehende Putz sollte ausreichend rau sein, damit der neue Putz gut haften kann. Besonders bei glatteren Oberflächen kann es erforderlich sein, die Fläche anzurauen oder zu grundieren, um die Haftung zu verbessern, um eine bessere Haftung zu erzielen.
B. Vorbereitung auf unterschiedlichen Putzarten
- Gipsputz: Auf kleineren Flächen empfiehlt es sich, den bestehenden Putz vorgrundieren. Dies ist besonders wichtig, wenn der alte Putz sehr glatt ist oder keine gute Haftung bietet. Eine Grundierung sorgt dafür, dass der neue Putz optimal haftet und eine gleichmäßige Struktur entsteht.
- Kalkzementputz: Auf raueren, strukturierten Putzflächen, wie sie oft bei Kalkzementputz vorkommen, ist das Auftragen von neuem Putz meist direkt möglich, sofern der alte Putz noch stabil und tragfähig ist. Hier ist keine zusätzliche Grundierung erforderlich, da der alte Putz ausreichend Haftung bietet.
2. Prüfung der Tragfähigkeit des Untergrunds
Ein besonders wichtiger Schritt ist die Prüfung der Tragfähigkeit des bestehenden Putzes. Der Untergrund muss so stabil sein, dass er das Gewicht des neuen Putzes tragen kann, ohne dass es zu Haftungsproblemen oder Schäden kommt. Wenn der alte Putz porös, rissig oder locker ist, kann er das zusätzliche Gewicht des neuen Putzes nicht sicher halten. In solchen Fällen ist es ratsam, den alten Putz abzuschlagen.
A. Gewicht des neuen Putzes
Ein zu schwerer Putz kann dazu führen, dass der alte Putz sich vom Mauerwerk löst oder Risse entstehen. Wenn der bestehende Putz zu schwach ist, um das zusätzliche Gewicht zu tragen, sollten Sie entweder einen leichteren Putz wählen oder den alten Putz komplett entfernen.
B. Feuchtigkeit und Schimmelprüfung
Feuchtigkeit ist ein häufiges Problem bei alten Putzflächen und kann die Haftung des neuen Putzes erheblich beeinträchtigen. Wenn der alte Putz bereits feucht oder schimmelig ist, sollte er nicht einfach überputzt werden – in diesem Fall ist das Abschlagen des alten Putzes notwendig, um eine gesunde Grundlage zu schaffen.
3. Wann sollte der alte Putz abgeschlagen werden?
Wenn die oben genannten Voraussetzungen – stabile, tragfähige, trockene und saubere Oberfläche – nicht gegeben sind, kann das Abschlagen des alten Putzes unumgänglich sein. Dies gilt insbesondere in den folgenden Fällen:
- Der alte Putz ist instabil: Wenn der Putz brüchig ist, abblättert oder sich in großen Teilen vom Mauerwerk löst, kann er das zusätzliche Gewicht und die Haftung des neuen Putzes nicht halten. In solchen Fällen ist es besser, den alten Putz vollständig zu entfernen.
- Feuchtigkeit oder Schimmel: Ist der bestehende Putz durch Feuchtigkeit oder Schimmel beeinträchtigt, sollte der alte Putz entfernt werden, um eine weitere Schädigung des Mauerwerks zu verhindern und die Bildung von Schimmel im neuen Putz zu vermeiden.
- Zu glatte oder nicht haftende Oberfläche: Ist der alte Putz zu glatt oder weist er keine ausreichende Haftung auf, kann das Anrauen oder Grundieren nicht ausreichen. In solchen Fällen sollte der Putz abgeschlagen werden, um eine stabile und sichere Grundlage für den neuen Putz zu gewährleisten.
4. Vorbereitung des neuen Putzes
Sobald der Untergrund entsprechend vorbereitet wurde, können Sie mit dem Auftragen des neuen Putzes beginnen. Achten Sie darauf, dass der neue Putz für die bestehende Oberfläche geeignet ist. Wenn Sie Gipsputz auf Kalkzementputz auftragen möchten, stellen Sie sicher, dass der Gipsputz für diese Anwendung geeignet ist und dass die Haftung zwischen den beiden Putzarten gewährleistet ist. In einigen Fällen kann eine spezielle Haftbrücke oder Grundierung notwendig sein, um die Verbindung zwischen unterschiedlichen Putzarten zu verbessern.
Fazit
Das Auftragen von Putz auf bestehenden Putz ist eine praktische Lösung, um Wände zu renovieren und zu verschönern, aber nicht jeder bestehende Putz eignet sich als Untergrund. Eine gründliche Prüfung des alten Putzes ist unerlässlich: Der Untergrund muss stabil, tragfähig und frei von Feuchtigkeit oder Schimmel sein. Wenn der alte Putz diese Voraussetzungen nicht erfüllt, etwa weil er brüchig, zu glatt oder feucht ist, muss er unter Umständen abgeschlagen werden, bevor der neue Putz aufgetragen werden kann. Nur so stellen Sie sicher, dass der neue Putz dauerhaft hält und die Wand stabil bleibt.